Kerzen formen: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Urmodell bestimmt die spätere Form der Kerze. Für den Einstieg eignet sich ein einfaches, stabiles Modell ohne starke Hinterschneidungen, beispielsweise ein zylindrischer Körper mit einem flachen Relief.


<h2>2. Einteilige Silikonform herstellen</h2>
Die Oberfläche muss sauber, trocken und frei von losen Bestandteilen sein.


<p>Eine einteilige Silikonform eignet sich besonders für einfache Stumpenkerzen, geometrische Formen und Modelle mit wenigen Hinterschneidungen. Das Urmodell wird vollständig mit Silikon umgossen. Nur die spätere Gießöffnung bleibt ausgespart.</p>
Poröse Materialien wie Holz oder Gips sollten vor dem Abformen mit einer geeigneten Versiegelung behandelt werden.


<h3>Schritt 1 – Urmodell vorbereiten</h3>
Bei glatten, nicht saugenden Urmodellen ist häufig kein zusätzliches Trennmittel erforderlich. Die Materialverträglichkeit sollte jedoch vorab geprüft werden.
 
<p>Für unser Beispiel verwenden wir ein zylindrisches Urmodell mit einem dekorativen Blätterrelief. Es besitzt eine ebene Standfläche und lässt sich nach dem Aushärten aus dem elastischen Silikon herausziehen.</p>
 
<p>Das Urmodell muss sauber, trocken und frei von losen Bestandteilen sein. Saugende Oberflächen wie Holz oder Gips müssen vor dem Abformen geeignet versiegelt werden.</p>
 
<p><strong>Wichtig:</strong> Bei der Auswahl des Urmodells bereits berücksichtigen, ob es sich später ohne Beschädigung aus der Silikonform entfernen lässt.</p>
 
<h3>Schritt 2 – Urmodell im Formkasten befestigen</h3>
 
<p>Das Urmodell wird mit seiner späteren Standfläche auf dem Boden des Formkastens befestigt. Diese Fläche wird nicht mit Silikon übergossen, sondern bildet nach dem Entfernen des Urmodells die Öffnung der Silikonform.</p>
 
<p>Der Formkasten muss das Modell an den Seiten und auf der Oberseite vollständig umschließen können. Zwischen dem Urmodell und den Kastenwänden muss ausreichend Platz für eine stabile Silikonwand bleiben.</p>
 
<p>Als erster Orientierungswert können bei kleineren, einfachen Formen etwa 10–15 mm Silikonwandstärke dienen. Dieser Wert ist keine allgemeingültige Herstellervorgabe. Die erforderliche Wandstärke hängt von Formgröße, Silikonhärte und Geometrie ab und muss gegebenenfalls durch eine Stützform ergänzt werden.</p>
 
<p>Das Urmodell wird am Boden dicht befestigt, damit kein Silikon darunterlaufen kann. Auch die Verbindungen des Formkastens müssen zuverlässig abgedichtet sein.</p>
 
<p><strong>Das Prinzip:</strong> Nach dem Aushärten wird der Formkasten entfernt und das Urmodell aus dem Silikon gezogen. Dort, wo das Modell am Kastenboden befestigt war, befindet sich anschließend die offene Seite der Gießform.</p>
 
<h3>Schritt 3 – Benötigte Silikonmenge ermitteln</h3>
 
<p>Vor dem Anmischen wird die erforderliche Silikonmenge abgeschätzt. Dazu berechnet man das Innenvolumen des Formkastens und zieht das Volumen des Urmodells ab.</p>
 
<p><strong>Silikonvolumen = Innenvolumen des Formkastens – Volumen des Urmodells</strong></p>
 
<p>Die Berechnung und ein vollständiges Zahlenbeispiel finden Sie im Abschnitt „Silikonbedarf berechnen“.</p>
 
<h3>Schritt 4 – Silikon abwiegen und mischen</h3>
 
<p>Die Silikonkomponenten werden entsprechend dem vorgeschriebenen Mischungsverhältnis nach Gewicht abgewogen.</p>
 
<p>Für KDSV-25 sind Mischungsverhältnisse von 100 : 2 und 100 : 3 Gewichtsteilen vorgesehen. Die jeweiligen Verarbeitungs- und Entformungszeiten unterscheiden sich. Maßgeblich sind die Angaben im aktuellen technischen Datenblatt.</p>
 
<p>Beide Komponenten sorgfältig miteinander vermischen. Dabei auch Becherwand und Becherboden erfassen. Die Masse sollte möglichst gleichmäßig durchmischt werden, ohne unnötig viel Luft einzurühren.</p>
 
<p><strong>Praxis-Tipp:</strong> Eine ausreichend genaue Waage verwenden. Gerade bei kleinen Silikonmengen ist die erforderliche Vernetzermenge sehr gering.</p>
 
<h3>Schritt 5 – Silikon in den Formkasten gießen</h3>
 
<p>Bei Urmodellen mit feinen Oberflächenstrukturen empfiehlt es sich, die Details zunächst mit einer dünnen Schicht Silikon zu benetzen. Dadurch lassen sich eingeschlossene Luftblasen reduzieren.</p>
 
<p>Anschließend das Silikon langsam und möglichst gleichmäßig an einer geeigneten Stelle neben dem Urmodell eingießen. Die Masse soll das Modell vollständig umfließen und alle Zwischenräume ausfüllen.</p>
 
<p>Das Urmodell muss seitlich und oberhalb vollständig mit Silikon umschlossen sein. Die am Kastenboden befestigte Fläche bleibt ausgespart.</p>
 
<h3>Schritt 6 – Silikon aushärten lassen</h3>
 
<p>Den gefüllten Formkasten während der Vernetzung möglichst erschütterungsfrei stehen lassen.</p>
 
<p>Die Entformungszeit richtet sich nach dem verwendeten Silikon, dem Mischungsverhältnis und der Umgebungstemperatur.</p>
 
<p><strong>Wichtig:</strong> Kondensationsvernetzende Silikone wie KDSV-25 und KDSV-10 bilden während der Vernetzung flüchtige Reaktionsprodukte. Die endgültigen Materialeigenschaften werden nicht unmittelbar mit Erreichen der Entformbarkeit erreicht. Vor einer thermischen Belastung müssen die flüchtigen Reaktionsprodukte ausreichend entwichen sein.</p>
 
<h3>Schritt 7 – Formkasten und Urmodell entfernen</h3>
 
<p>Nach ausreichender Vernetzung wird zunächst der Formkasten geöffnet oder entfernt.</p>
 
<p>Anschließend die Silikonform vorsichtig vom Urmodell lösen. Dazu den Silikonrand an der offenen Seite behutsam aufweiten und das Urmodell herausziehen.</p>
 
<p>Die entstandene Vertiefung bildet das Negativ des Urmodells. Das Blätterrelief erscheint als entsprechende Struktur auf der Innenseite der Silikonform.</p>
 
<p>Die Form anschließend auf Fehlstellen, Lufteinschlüsse und Beschädigungen kontrollieren.</p>
 
<h3>Schritt 8 – Fertige Gießform vorbereiten</h3>
 
<p>Zum späteren Wachsguss wird die Form so aufgestellt, dass die Öffnung nach oben zeigt. Die geschlossene Seite der Silikonform bildet dabei den Boden.</p>
 
<p>Die Form muss standsicher sein. Bei größeren oder weicheren Formen kann eine zusätzliche Stützvorrichtung erforderlich sein, damit sich die Form beim Befüllen nicht verformt.</p>
 
<p>Die einteilige Silikonform ist damit grundsätzlich hergestellt. Vor der ersten Verwendung mit heißem Wachs sind die vollständige Vernetzung und die thermische Eignung sicherzustellen.</p>


'''Praxis-Tipp:''' Jede Unebenheit des Urmodells wird im Silikon und später auf der Kerzenoberfläche sichtbar. Eine sorgfältige Vorbereitung lohnt sich.


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Version vom 5. November 2026, 12:05 Uhr

 

Kerzenformen aus Silikon selbst herstellen

Mit RTV-2-Silikonkautschuk lassen sich individuelle Gießformen für Kerzen herstellen – von einfachen Stumpenkerzen bis hin zu detailreichen Figuren und dekorativen Motiven. Das elastische Silikon bildet auch feine Oberflächenstrukturen präzise ab und erleichtert das spätere Entformen der Kerzen.

Welche Formkonstruktion geeignet ist, hängt vor allem von der Geometrie des Urmodells ab. Als Urmodell bezeichnet man den Gegenstand, dessen Form mit Silikon abgeformt werden soll.

Welche Arten von Silikonformen gibt es?

  • Einteilige Gießform: Für einfache Modelle ohne ausgeprägte Hinterschneidungen, die sich problemlos aus der elastischen Silikonform entnehmen lassen. Besonders gut für Einsteiger geeignet.
  • Geschlitzte Gießform: Für Modelle mit komplexeren Konturen oder Hinterschneidungen. Die ausgehärtete Silikonform wird gezielt eingeschnitten, um das Urmodell und später die gegossene Kerze entnehmen zu können.
  • Zweiteilige Gießform: Für komplexere Modelle, bei denen eine Trennung in zwei Formhälften das Entformen erleichtert. Die beiden Hälften werden nacheinander hergestellt und beim Kerzengießen passgenau zusammengefügt.
  • Mehrteilige Gießform: Für besonders anspruchsvolle Geometrien mit mehreren oder stark ausgeprägten Hinterschneidungen. Die Form besteht aus drei oder mehr passgenauen Einzelteilen.

Was sind Hinterschneidungen?
Hinterschneidungen sind vorspringende oder zurückliegende Bereiche eines Modells, die das Entformen erschweren. Beispiele sind ausladende Arme einer Figur oder stark hervorstehende Verzierungen.

Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie die verschiedenen Silikonformen hergestellt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung des Urmodells, dem Formenbau und dem sicheren Entformen. Das anschließende Gießen der Kerzen wird ergänzend kurz erläutert.

Weiterführende Informationen finden Sie im R&G-Wiki zum Thema Silikone.

 

1. Das geeignete Silikon auswählen

Für die Herstellung von Kerzengießformen eignen sich entsprechend geprüfte RTV-2-Silikonkautschuke. Sie bestehen aus zwei Komponenten, die nach dem Mischen bei Raumtemperatur zu einem elastischen Formwerkstoff vernetzen.

 

R&G KDSV-25 WEISS

Mit einer Shore-A-Härte von 25 ± 2 bietet KDSV-25 eine Kombination aus Elastizität, Formstabilität und hoher Weiterreißfestigkeit. Das Material eignet sich besonders für einfache und mittelgroße Gießformen.

Zum R&G Silikonkautschuk KDSV-25 WEISS

 

R&G KDSV-10 WEISS

Mit einer Shore-A-Härte von 10 ± 2 ist KDSV-10 deutlich weicher und dehnfähiger. Dadurch kann das Entformen stark hinterschnittener Modelle erleichtert werden. Größere oder dünnwandige Formen können jedoch leichter nachgeben und benötigen gegebenenfalls eine Stützform.

Zum R&G Silikonkautschuk KDSV-10 WEISS

 

Technische Eigenschaften im Vergleich

Eigenschaft KDSV-25 KDSV-10
Shore-A-Härte 25 ± 2 10 ± 2
Reißdehnung > 480 % > 640 %
Weiterreißwiderstand > 31 N/mm > 13 N/mm

Hinweis: Ein weicheres Silikon ist nicht automatisch besser für filigrane Formen geeignet. Bei dünnen Stegen und empfindlichen Formbereichen kann eine höhere Weiterreißfestigkeit entscheidend sein. Die Produktauswahl richtet sich daher nach der Formgeometrie und den vorgesehenen Verarbeitungsbedingungen.

 

Benötigte Materialien und Werkzeuge

  • R&G RTV-2-Silikonkautschuk mit zugehörigem Vernetzer
  • Geeignetes Urmodell
  • Dicht schließender Formkasten, beispielsweise aus Kunststoffplatten
  • Geeignete Modellier- oder Dichtmasse
  • Präzisionswaage mit ausreichender Auflösung
  • Saubere Mischbecher und Rührspatel
  • Gegebenenfalls geeignete Versiegelung und Trennmittel
  • Schutzhandschuhe und Schutzbrille
  • Für geschlitzte Formen: geeignetes scharfes Schneidwerkzeug
  • Für zweiteilige Formen: Modelliermasse zum Einbetten und Material zur Herstellung von Passmarken

Weitere Hinweise zur Produktauswahl finden Sie in der R&G-Auswahlhilfe für Silikone.

 

KDSV-10 WEISS – besonders flexibel

Mit einer Shore-A-Härte von 10 ± 2 ist KDSV-10 deutlich weicher und dehnfähiger.

Das Material kann bei komplizierten Geometrien und ausgeprägten Hinterschneidungen Vorteile bieten. Aufgrund der geringeren Steifigkeit kann eine zusätzliche Stützform erforderlich sein.

Produkt: R&G Silikonkautschuk KDSV-10 WEISS

Wichtig: Eine geringere Shore-Härte bedeutet nicht automatisch eine bessere Eignung für filigrane Formen. Auch Weiterreißfestigkeit, Wandstärke und Formgeometrie sind entscheidend.

 

2. Materialien und Werkzeuge

Für die Herstellung einer einfachen Silikonform werden benötigt:

 

Für den anschließenden Kerzenguss:

  • Geeignetes Kerzenwachs
  • Zum Kerzendurchmesser passender Docht
  • Dochtzentrierhilfe
  • Geeignetes Wachsschmelzgefäß
  • Thermometer
  • Gegebenenfalls Stützform oder Formhalterung

 

3. Schritt für Schritt: Eine einfache Silikonform herstellen

Schritt 1 – Urmodell auswählen und vorbereiten

Datei:schritt-01.jpg

Das Urmodell bestimmt die spätere Form der Kerze. Für den Einstieg eignet sich ein einfaches, stabiles Modell ohne starke Hinterschneidungen, beispielsweise ein zylindrischer Körper mit einem flachen Relief.

Die Oberfläche muss sauber, trocken und frei von losen Bestandteilen sein.

Poröse Materialien wie Holz oder Gips sollten vor dem Abformen mit einer geeigneten Versiegelung behandelt werden.

Bei glatten, nicht saugenden Urmodellen ist häufig kein zusätzliches Trennmittel erforderlich. Die Materialverträglichkeit sollte jedoch vorab geprüft werden.

Praxis-Tipp: Jede Unebenheit des Urmodells wird im Silikon und später auf der Kerzenoberfläche sichtbar. Eine sorgfältige Vorbereitung lohnt sich.

 

Schritt 2 – Formkasten vorbereiten

Datei:schritt-02.jpg

Der Formkasten begrenzt das flüssige Silikon während des Vergusses.

Das Urmodell wird in einem ausreichend großen, dicht schließenden Formkasten positioniert.

Zwischen Urmodell und Kastenwand muss genügend Platz für eine stabile Silikonwand bleiben.

Für eine einfache, von oben zu entformende Kerze wird das Urmodell so ausgerichtet, dass die spätere Entformungsöffnung zugänglich bleibt.

Die Kontaktstelle zum Kastenboden wird sorgfältig abgedichtet.

Bereits bei der Konstruktion muss berücksichtigt werden, wie die spätere Silikonform befüllt und wie die fertige Kerze entformt werden soll.

Praxis-Tipp: Der Formkasten muss dicht sein. Schon kleine Spalten können dazu führen, dass flüssiges Silikon ausläuft.

 

Schritt 3 – Silikon abwiegen und mischen

Datei:schritt-03.jpg

Die beiden Komponenten des Silikonkautschuks werden entsprechend dem vorgeschriebenen Mischungsverhältnis nach Gewicht abgewogen.

Für KDSV-25 ist ein Mischungsverhältnis von 100 : 2 Gewichtsteilen als Standard angegeben. Produktabhängig ist auch eine Einstellung mit 100 : 3 vorgesehen.

Maßgeblich sind immer die Angaben des aktuellen technischen Datenblatts.

Die Komponenten sorgfältig miteinander vermischen. Dabei auch den Becherboden und die Becherwand erfassen, damit keine unvermischten Bereiche zurückbleiben.

Die angegebene Verarbeitungszeit beginnt mit dem Zusammengeben der Komponenten.

Wichtig: Nur die für das jeweilige Produkt freigegebenen Mischungsverhältnisse verwenden. Die Vernetzermenge darf nicht beliebig verändert werden.

 

Schritt 4 – Silikon eingießen

Datei:schritt-04.jpg

Um Lufteinschlüsse an feinen Oberflächenstrukturen zu vermeiden, kann das Urmodell zunächst mit einer dünnen Silikonschicht benetzt werden.

Anschließend wird das restliche Silikon langsam in einem dünnen Strahl an einer geeigneten Stelle des Formkastens eingegossen.

Die Masse soll das Urmodell möglichst gleichmäßig umfließen.

Das Silikon muss das Urmodell ausreichend umschließen. Die erforderliche Materialstärke richtet sich nach der Größe und Geometrie der späteren Form.

Praxis-Tipp: Nicht direkt auf empfindliche Details gießen. Dadurch können Lufteinschlüsse und eine ungleichmäßige Benetzung begünstigt werden.

 

Schritt 5 – Silikon aushärten lassen

Den gefüllten Formkasten während der Vernetzung möglichst erschütterungsfrei stehen lassen.

Die Entformungszeit hängt vom verwendeten Silikon, dem Mischungsverhältnis und der Umgebungstemperatur ab.

Für KDSV-25 werden je nach Einstellung etwa 3–5 Stunden unter den angegebenen Prüfbedingungen genannt.

Erst nach ausreichender Vernetzung wird der Formkasten geöffnet.

Wichtig: Kondensationsvernetzende Silikone setzen während der Vernetzung flüchtige Spaltprodukte frei.

Vor dem Kontakt mit heißem Wachs müssen diese ausreichend entwichen sein. Die Entformbarkeit allein bedeutet noch nicht, dass die Form bereits thermisch belastet werden darf.

 

Schritt 6 – Silikonform entformen

Datei:schritt-05.jpg

Nach ausreichender Vernetzung wird der Formkasten entfernt und das Urmodell vorsichtig aus dem Silikon entnommen.

Die fertige Form wird auf Beschädigungen, Lufteinschlüsse und Verunreinigungen kontrolliert.

Starkes Ziehen oder übermäßiges Dehnen sollte vermieden werden.

Bei komplizierten Geometrien kann eine geschlitzte oder mehrteilige Form erforderlich sein.

 

Schritt 7 – Dochtführung und Wachsguss vorbereiten

Datei:schritt-06.jpg

Vor dem Befüllen muss die Silikonform sicher und aufrecht stehen.

Weiche oder schlanke Formen benötigen gegebenenfalls eine passende Stützvorrichtung.

Der Docht wird mittig durch die spätere Kerzenachse geführt und mit einer geeigneten Zentrierhilfe fixiert.

Bei einer Form mit offener Gießseite kann der Docht durch einen geeigneten Führungskanal am geschlossenen Formende geführt werden.

Die Durchführung muss zuverlässig abgedichtet sein, damit kein flüssiges Wachs austritt.

Wichtig: Die genaue Dochtführung muss zur jeweiligen Formkonstruktion passen. Vor dem Wachsguss sollte die Dichtigkeit geprüft werden.

 

Schritt 8 – Kerzenwachs eingießen

Datei:schritt-08.jpg

Das Kerzenwachs wird in einem geeigneten Schmelzgefäß kontrolliert erwärmt.

Die zulässigen Schmelz- und Gießtemperaturen richten sich nach dem verwendeten Wachs und den Herstellerangaben.

Das flüssige Wachs vorsichtig in die vorbereitete Silikonform gießen.

Dabei darauf achten, dass der Docht mittig und möglichst gerade bleibt.

Die Form anschließend erschütterungsfrei abkühlen lassen.

Je nach Wachssorte und Kerzengeometrie kann sich beim Abkühlen eine Vertiefung bilden. Ob ein Nachgießen erforderlich ist, hängt vom verwendeten Wachs ab.

Sicherheitshinweis: Wachs nicht unbeaufsichtigt erhitzen. Überhitzung und den Kontakt mit offenen Flammen vermeiden. Geeignete Schutzausrüstung verwenden.

 

Schritt 9 – Fertige Kerze entformen

Datei:schritt-09.jpg

Erst wenn das Wachs ausreichend abgekühlt und erstarrt ist, wird die Kerze aus der Silikonform genommen.

Dazu die Form vorsichtig vom Kerzenkörper lösen und die Kerze ohne übermäßige Krafteinwirkung entnehmen.

Anschließend den Docht auf die für die Verwendung vorgesehene Länge kürzen und die Kerze auf sichtbare Fehlstellen prüfen.

Die Silikonform kann nach geeigneter Reinigung und Kontrolle erneut verwendet werden.

 

4. Anspruchsvollere Kerzenformen

Bei Kerzen mit starken Hinterschneidungen, komplexen Ornamenten oder ausladenden Details reicht eine einfache offene Form möglicherweise nicht aus.

Hier kommen geschlitzte oder zweiteilige Silikonformen infrage.

 

Variante A – Geschlitzte Silikonform

Bei einer geschlitzten Form wird zunächst ein geeigneter Silikonblock um das Urmodell hergestellt.

Nach vollständiger Vernetzung wird die Form an einer vorher festgelegten Stelle kontrolliert geöffnet.

Die Schnittführung muss so gewählt werden, dass das Urmodell entnommen und die fertige Kerze später möglichst beschädigungsfrei entformt werden kann.

Vor dem Wachsguss werden die Schnittflächen wieder exakt zusammengefügt und die Form von außen gesichert.

Dieses Verfahren kann bei figürlichen Kerzen vorteilhaft sein, erfordert jedoch eine sorgfältige Schnittplanung.

 

Variante B – Zweiteilige Silikonform

Bei einer zweiteiligen Form wird das Urmodell entlang einer geeigneten Trennebene abgeformt.

 

Erste Formhälfte herstellen

Das Urmodell wird bis zur vorgesehenen Trennebene in geeignete Modelliermasse eingebettet.

Anschließend wird die erste Silikonhälfte hergestellt.

Passende Registrierpunkte sorgen dafür, dass sich die Formhälften später eindeutig ausrichten lassen.

 

Zweite Formhälfte herstellen

Nach der Vernetzung wird die Modelliermasse entfernt, während das Urmodell in der ersten Silikonhälfte verbleibt.

Vor dem Verguss der zweiten Hälfte müssen die bereits ausgehärteten Silikonflächen mit einem geeigneten Trennmittel behandelt werden.

Andernfalls können sich die beiden Silikonhälften miteinander verbinden.

Anschließend wird die zweite Hälfte vergossen und ausgehärtet.

 

Form zusammensetzen

Nach dem Entformen des Urmodells werden die beiden Formhälften gereinigt, exakt ausgerichtet und für den Wachsguss sicher fixiert.

Die Gießöffnung und die Dochtführung müssen bereits bei der Konstruktion berücksichtigt werden.

Wichtig: Eine mehrteilige Form benötigt eine zuverlässige Abdichtung der Trennebene. Andernfalls kann beim Befüllen flüssiges Wachs austreten.

 

5. Häufige Fehler und ihre Ursachen

Problem Mögliche Ursache Abhilfe
Luftblasen auf der Kerzenoberfläche Lufteinschlüsse beim Silikonverguss oder Wachsguss Urmodell sorgfältig benetzen und kontrolliert eingießen
Silikon bleibt klebrig Mischfehler oder ungünstige Vernetzungsbedingungen Mischungsverhältnis und Verarbeitungsbedingungen prüfen
Kerze lässt sich schwer entformen Ungeeignete Formteilung oder starke Hinterschneidungen Formaufbau überarbeiten, gegebenenfalls mehrteilige Form verwenden
Wachs tritt aus Undichte Formöffnung oder Trennebene Form abdichten und sicher fixieren
Kerze wird schief Unzureichend abgestützte Silikonform Geeignete Stützform verwenden
Docht liegt nicht mittig Fehlende oder unzureichende Dochtfixierung Docht an beiden Enden zuverlässig positionieren

 

6. KDSV-25 und KDSV-10 im Vergleich

Die folgenden technischen Werte sind vor Veröffentlichung mit den jeweils gültigen R&G-Datenblättern abzugleichen.

Eigenschaft KDSV-25 KDSV-10
Shore-A-Härte 25 ± 2 10 ± 2
Reißdehnung > 480 % > 640 %
Weiterreißwiderstand > 31 N/mm > 13 N/mm
Charakteristik Formstabil und weiterreißfest Besonders weich und dehnfähig
Vorgesehene Anwendung Einfache und klassische Kerzenformen Komplexe Geometrien mit starken Hinterschneidungen

Hinweis: Die konkrete Produktauswahl muss anhand der Kerzengeometrie, der vorgesehenen Wachstemperatur und der erforderlichen Formstabilität technisch geprüft werden.

 

7. Fazit

Mit einem geeigneten Urmodell, sorgfältiger Vorbereitung und dem passenden Silikonkautschuk lassen sich individuelle Kerzenformen herstellen.

Für den Einstieg empfiehlt sich eine einfache, einteilige Form.

Mit etwas Erfahrung können auch komplexere Kerzenmodelle mithilfe geschlitzter oder zweiteiliger Silikonformen umgesetzt werden.

Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind die richtige Silikonauswahl, eine geeignete Formkonstruktion und die sorgfältige Vorbereitung des Wachsgusses.

Die passenden Materialien für den Silikonformenbau finden Sie im R&G-Shop.

 

Weiterführende Informationen

Technischer Hinweis: Vor der erstmaligen Verwendung einer Silikonform mit heißem Wachs müssen die vollständige Vernetzung, die erforderliche Nachlagerung und die thermische Eignung für die vorgesehene Anwendung sichergestellt sein.